Martina Osmers hat wahrscheinlich einen der schönsten Nebenjobs der Welt: Die Büroangestellte züchtet Alpakas in Oyten. Fünfzehn der niedlichen Tiere leben auf ihrem Hof in der Nähe von Bremen. Wer Pocahontas, Tinkerbell oder Sid näher kennenlernen möchte, kann eine Schnupperstunde bei Martina buchen. Wir haben das kleine Abenteuer im Alpaka-Land für euch getestet.

Unser erster Termin auf dem Alpakahof in Oyten fällt buchstäblich ins Wasser. Starker Regen macht uns einen Strich durch die Rechnung. Alpakas mögen keinen Regen und außerdem braucht das durchnässte Fell mehrere Tage, um wieder zu trocknen. Weil wir die schönen Tiere auf keinen Fall mit schlecht sitzender Frisur fotografieren wollen, verschieben wir unseren Besuch. Beim zweiten Anlauf klappt es dann: Bei Sonnenschein zeigen sich die aus Südamerika stammenden Tiere von ihrer charmantesten Seite. Und die Haare sitzen auch perfekt!

Mit McLeods Töchtern fing alles an

Wie kommt man eigentlich auf die Idee Alpakas zu züchten? Martina erzählt uns lachend, dass die TV-Serie McLeods Töchter sie auf die Idee gebracht habe. In der Serie über eine Farm in Australien waren Alpakas zu sehen, die als Hütetiere für Schafe eingesetzt wurden. Als Martinas Vater 2012 seine Viehzucht einstellte, nutze sie die Gelegeneheit und startete ihre Hobbyzucht auf dem Familienhof. Los ging es mit drei Stuten. Mittlerweile ist die Herde auf 15 Tiere angewachsen.

Alpakahof Oyten
©BremenMag / Eva-Christina Krause

Kuscheln nicht garantiert

Vor jeder Schnupperstunde erklärt Martina die Spielregeln. Rumtoben, Schreien oder Springen in der Nähe der Tiere ist nicht erlaubt. Dafür sind sie zu schreckhaft. Die Besucherinnen und Besucher bekommen Leckerlis, die ihnen die Alpakas sanft aus der Hand fressen. Nach und nach werden die schüchternen Tiere immer zutraulicher. Manche lassen sich sogar streicheln. „Eine Kuschelgarantie gibt es aber nicht“, sagt die Landwirtin. Jedes Tier habe seinen eigenen Charakter und reagiere unterschiedlich auf Menschen. „Doch bisher sind immer alle glücklich und entspannt nach Hause gegangen, denn Alpakas haben eine sehr beruhigende Art“, fügt sie lächelnd hinzu.

Bitte nur die Spitzen schneiden

Wir haben bei unserem Besuch doppelt Glück: Die Tiere posen wie Profis vor der Kamera und Alpakadame Tinkerbell ist in ausgiebiger Kuschellaune. Außerdem erfahren wir viel Interessantes über die lustigen Tiere. So sind Alpakas zum Beispiel sehr kitzelig an den Füßen, was es schwierig macht, ihre Klauen zu schneiden. Außerdem sind sie eitel: Wird beim Scheren ihres Fells zu viel von der Haarpracht abgenommen, macht sie das unglücklich. Deshalb werden am Kopf immer nur die Spitzen geschnitten. Bekannt sind Alpakas auch dafür, dass sie ziemlich frech sein können. So kommt es vor, dass eines der Tiere aus dem Gehege ausbüchst und sich dann über Martinas Einfangversuche amüsiert. „Aber schau dir diese Gesichter an“, sagt die Züchterin. „Man kann ihnen einfach nicht lange böse sein.“

Mehr Infos bekommt ihr direkt bei Martina: alpakahof-oyten@web.de


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