Wo wohnen die Bremerinnen und Bremer besonders gerne? Welcher Stadtteil läuft dem Viertel den Rang ab? Und sind Wohnungssuchende mit einer negativen Schufa-Auskunft bei allen Vermieterinnen und Vermietern unten durch? Wir haben zwei gefragt, die sich mit der Wohnungssuche in Bremen auskennen: Arne Smolla und Anders Beckmann sind Berater bei Robert C. Spies. Das Unternehmen vermittelt und vermarktet seit über 100 Jahren Wohn- und Kaufimmobilien in Bremen.

Die Website von Robert C. Spies kommt auf den ersten Blick sehr edel rüber. Vermittelt ihr nur Wohnungen und Häuser im hochpreisigen Segment?
Arne: Auf unserer Website zeigen wir natürlich lauter schöne Sachen. Und weil alles so glitzert, könnte man denken, wir haben nur teure Angebote. Tatsächlich bieten wir vom Produkt her alles.
Anders: Stimmt, das reicht von 1-Zimmer-Studentenapartments oder WG-geeigneten-Wohnungen über City-Wohnungen, Villen oder Landhäusern bis hin zum Schloss.

Arne Smolla und Anders Beckmann Robert C. Spies KG
Arne Smolla und Anders Beckmann ©Robert C. Spies KG


Welche Stadtteile sind eurer Erfahrung nach bei Wohnungssuchenden am beliebtesten?
Arne: Schwachhausen mit unter anderem dem Gete-Viertel, Peterswerder, das Viertel aber auch die Neustadt gehören zu den begehrtesten Orten. Das heißt aber nicht, dass es hier auch zu den meisten Abschlüssen von Miet- oder Kaufverträgen kommt. Bei den Menschen, die in einen Neubau ziehen wollen, ist die Überseestadt zum Beispiel nachgefragt, in der gerade viele moderne Wohnbauten entstehen. Wenn hier 140 Wohneinheiten fertiggestellt werden, dann ist die Zahl der Abschlüsse hier höher als zum Beispiel in Schwachhausen, wo weniger Angebot besteht.

Bunte Ecke im Bremer Viertel
Viertel ©BremenMag / Eva-Christina Krause

Lange Zeit galt das Viertel vor allem bei jüngeren Menschen als das beliebteste Wohnquartier. Hat sich das verändert?
Anders: Ja, die Neustadt ist dabei, dem Viertel in dieser Hinsicht den Rang abzulaufen. Der Stadtteil pulsiert – und wir merken, dass die Nachfrage steigt. Es gibt Kunden, die anrufen und ausschließlich in der Neustadt mieten oder kaufen wollen. Das liegt daran, dass die Neustadt eine tolle Mischung bietet aus Hochschnulnähe, jungem Publikum und schönen Altbremer Häusern. Ich wohne selbst auch in der Neustadt und bemerke jeden Tag irgendeine Veränderung: viele neue, aber auch vertraute Gesichter, Cafés oder Kultur-Projekte. Der 100 Jahre alte Spruch, dass man links der Weser nicht wohnt, hat sich also längst überholt.


Die Neustadt war lange als preiswerte Alternative zum Viertel bekannt, hat sich das auch überholt?
Arne: Ja, die Miet- und Kaufpreise in der Neustadt sind mittlerweile vergleichbar mit denen im Viertel und anderen beliebten Stadtteilen. Auch das spricht dafür, dass sich die Menschen nicht für die Neustadt entscheiden, weil das Leben dort günstiger ist, sondern weil sie wirklich dort wohnen möchten.

Bremen Neustadt
Neustadt ©BremenMag / Eva-Christina Krause

Welche Quartiere würdet ihr Menschen empfehlen, die sich das Wohnen im Trendviertel nicht leisten können oder wollen, aber trotzdem schön und nicht zu weit ab vom Schuss leben möchten?
Arne: Allen voran sind Walle und Hastedt lebenswerte Stadtteile, die direkt an den Innenstadtkern angrenzen.
Anders: Und auch Woltmershausen sowie Habenhausen sind grüne Stadtteile, wo auch gute Chancen auf ein Haus im Grünen inmitten der Stadt bestehen.


Die Suche nach der perfekten Wohnung ist schwierig, vor allem, wenn man nicht die vermeintlich perfekten Unterlagen vorweisen kann – also zum Beispiel eine negative Schufa-Auskunft hat oder mit Hund einziehen will. Gibt es Möglichkeiten, die Vermieterin oder den Vermieter in solchen Fällen trotzdem von sich zu überzeugen?

Arne: Meine Empfehlung lautet: Sei authentisch. Wenn du mit Hund oder mit wuscheligen Haaren und Surfbrett unterm Arm authentisch rüberkommst, dann überzeugst du vielleicht eher als jemand im perfekten Dresscode, der nur warme Luft von sich gibt. Und wenn es Dinge gibt, die kleine Stolpersteine darstellen könnten, sollte man diese transparent und proaktiv benennen. Natürlich wünschen sich Vermieter gewisse Sicherheiten, aber das heißt nicht, dass man keine Chance hat, nur weil im Leben etwas nicht so gelaufen ist wie geplant. Es gibt vielleicht auch Vermieter, die nach einer Insolvenz wieder nach oben gekommen sind. So ist das Leben und das ist auch allen klar.

Wenn ihr neu in Bremen wärt und euch ein Quartier oder sogar eine Straße zum Wohnen aussuchen könntet. Wie würdet ihr euch entscheiden?
Arne:
Ich würde nie pauschal bestimmte Quartiere empfehlen, weil die Bedürfnisse der Menschen sehr unterschiedlich sind. Aber als Privatperson gefallen mir zum Beispiel die Mathildenstraße im Viertel oder die Beethovenstraße in Schwachhausen – beide zauberhaft von der Architektur, ruhig und gleichzeitig zentral. Außerdem finde ich die Überseepromenade in der Überseestadt sehr schön.

Anders: Ich würde mich für den Teerhof in der Neustadt entscheiden. Der Teerhof ist eine Halbinsel, die auf Sand gebaut wurde. Wenn man durch das Quartier mit den roten Backsteinhäusern und den blau berankten Fassaden läuft, kommt man sich ein bisschen vor wie in einer Filmkulisse. Und man ist in einer Minute in der Innenstadt! Mir gefällt diese Kombi aus Stadtnähe und dem für Bremen typischen maritimen Ambiente als Stadt am Fluss.


Um Wohnungsangebote per E-Mail zu erhalten, könnt ihr einen unverbindlichen Suchauftrag bei Robert C. Spies einrichten. Regelmäßige Kauf- und Mietangebote postet das Unternehmen außerdem bei Instagram (@robertcspiesbremen).

Ihr wollt noch mehr über die Wohnungssuche in Bremen erfahren? Dann schaut euch unseren Beitrag über die beliebtesten Wohnquartiere in Bremen an.

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